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Mastkaninchen
Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.,
du und das tier - Sonderdruck "Mastkaninchen"

Vor allem in der Osterzeit ist der Kaninchenbraten als Festessen sehr beliebt Jedes Jahr werden rund 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch in Deutschland verzehrt - Tendenz steigend. Was viele Verbraucher nicht wissen: das Leben der 25 Millionen Mastkaninchen, die hier in Deutschland gehalten werden, hat nichts mit der Idylle vom frei hoppelnden Kaninchen zu tun. Zur Erzeugung von Kaninchenfleisch werden die Tiere - wie Legehennen in Käfigbatterien - in engen eintönigen Drahtkäfigen gehalten. Derzeit wird an einem Abschnitt mit Haltungsbedingungen für Kaninchen für die Tierschutz Nutztierhaltungsverordnung gearbeitet, aber auch nach dem Vorschlag soll die Käfighaltung weiterhin möglich bleiben.

Der Tierschutzverein Marienberg und Umgebung e.V. ruft deshalb alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf, auf den Verzehr von Kaninchenfleisch zu verzichten. Gesetzliche Mindestanforderungen für die Kaninchenhaltung, die eine dem Tierschutzgesetz entsprechenden art- und bedürfnisgerechten Unterbringung der Tiere gewährleisten, sind mehr als überfällig. Die bewegungsfreudigen Tiere brauchen Platz, Artgenossen, Rückzugsbereiche, Einstreu, Nagematerial und strukturiertes Futter. „Solange entsprechende Vorgaben fehlen, bleibt dem Verbraucher nur der Verzicht auf Kaninchenfleisch, um die Quälerei zu boykottieren. Es hilft leider nicht, auf Produkte deutscher Herkunft zurückzugreifen“, erläutert Andreas Brand, Vorsitzender des Tierschutzvereins Marienberg und Umgebung e.V., „denn auch hierzulande leiden die Kaninchen in der Regel in Käfigen.“

Kaninchenleid
Auch die Mastkaninchen in der Tierproduktion haben sich das ursprüngliche bewegungsfreudige Verhalten ihrer wilden Artgenossen bewahrt. Auch für sie sind Platz, erhöhte Aussichtsplätze und Rückzugsmöglichkeiten essentiell Im grausamen Gegensatz dazu steht die Haltung der Kaninchen für die Fleischgewinnung: In eintönigen Käfigen, oft in mehreren Etagen übereinander gestapelt, leiden die Tiere dicht gedrängt unter entsetzlichen Bedingungen. Folgeschäden sind schmerzhafte Wirbelsäulenverkrümmungen und Gelenkprobleme. Die perforierten Böden führen häufig zu Pfotenverletzungen und -geschwüren. Durch die Enge und die fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten kommt es zudem zu schweren Verhaltensstörungen wie Aggressivität und endloses Kreisen um die eigene Achse. Um ihr Mastendgewicht schnell zu erreichen, erhalten die Tiere meist nur energiereiches Trockenfutter. Diese einseitige Ernährung provoziert Magen-Darmerkrankungen und ist ein Grund für die hohen Todesraten in der Produktion.

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  • letzte Änderung: Freitag, 13. Oktober 2017