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Foto: Euro / Wikipedia

Vielerorts sieht man die täglich wachsenden Reisighaufen, die am 30. April für ein Maifeuer, auch Hexenfeuer genannt, entzündet werden. Der Tierschutzverein Marienberg und Umgebung e.V. rät auf diesen Brauch zu verzichten, da er für viele Tiere den Feuertod bedeutet. Bereits Wochen zuvor werden die großen Reisig- / Holzhaufen aufgeschichtet, die von vielen Wildtieren als Unterschlupf und sogar als Brutstätte genutzt werden. Doch der vermeintlich sicherere Rückzugsort wird für Kleintiere wie Igel, Mäuse, Kröten oder Vögel schnell zu einer tödlichen Falle. Alle, die nicht auf diese Tradition verzichten wollen, sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten: Das Material erst kurz vorher auf- und unbedingt kurz vor dem Anzünden umschichten, um den Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Es reicht nicht, nur am Brennmaterial zu rütteln, da die meisten Tiere es so nicht wagen, aus ihrem Versteck zu kommen.

Mit dem alljährlichen Maifeuer sollen böse Geister vertrieben werden. Allerdings wird der Brauch für viele Tiere zum Verhängnis. Reisig- und Holzhaufen sind für verschiedene heimische Tiere ein idealer Lebensraum Vogelarten wie z.B. Zaunkönig und Rotkehlchen dienen diese künstlich angelegten Holzhaufen als scheinbar sichere Brutstätte. Kleintiere wie Mäuse, Kröten, aber auch unzählige Insekten, verwenden den Astschnitt als Versteck und Wohnraum. Auch Igel sind unterwegs und suchen neue Quartiere. Die Gefahr ist sehr groß, dass sie sich in die teilweise seit mehreren Wochen liegenden Brennguthaufen verkriechen. Wird das Maifeuer entzündet, gibt es für die Tiere keine Möglichkeit den Flammen zu entkommen. Erfolglos werden sie versuchen, im Inneren des Reisighaufens Schutz zu finden.

Viele der getöteten Tiere sind vor allem im eigenen Garten wichtige Helfer bei der Vertilgung unerwünschter Insekten. Zusätzlich sind sie ein notwendiger Faktor zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Daher empfiehlt der Tierschutzverein Marienberg und Umgebung e.V. auf Wiesen oder auch im Garten Reisighaufen zu errichten - selbstverständlich ohne diese dann niederzubrennen Auch das Pflanzen von Hecken und Büschen hilft vielen Tieren. Für diese sind sie insbesondere dort von Bedeutung, wo der natürliche Lebensraum durch die Ausweitung der bebauten Flächen zunehmend reduziert wurde.

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  • letzte Änderung: Freitag, 13. Oktober 2017