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Paletten-Doktorfisch_Münster
Foto: DerHans04 / Wikipedia.de

Deutscher Tierschutzbund warnt vor unüberlegter Anschaffung von Meerwasserfischen

Anlässlich des Filmstarts von „Findet Dorie“ am 29. September zeigt sich der Deutsche Tierschutzbund besorgt: Bereits bei anderen tierischen Filmen nutzte die Heimtierindustrie die mediale Aufmerksamkeit, um aus bestimmten Tierarten Profit zu schlagen – oftmals auf Kosten der Tiere. Paletten-Doktorfische wie „Dorie“ werden als Wildfänge der Natur entnommen, was die natürlichen Bestände dezimiert und durch Fangmethoden mit dem Gift Cyanid auch die umgebenden Korallen zerstört. Aufgrund der hohen Haltungsansprüche und der oft kritischen Herkunft der Tiere ist von einer Haltung von Meerwasserfischen abzuraten.

„Wir stellen fest, dass die Heimtierindustrie nichts dazugelernt hat“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Schon Monate vor dem Filmstart finden sich limitierte Aquarieneditionen mit „Dorie“ als Werbeträger im Handel. Dabei ist für den Käufer auf den ersten Blick nicht ersichtlich, dass sich ein solches Set, wenn überhaupt, nur für wenige klein bleibende Arten von Süßwasserfischen eignet. Wir appellieren daher an alle Tierfreunde, sich nicht aufgrund eines aktuellen Trends für eine Tierart zu entscheiden, deren hohe Ansprüche an die Haltung kaum zu erfüllen sind.“

Filme, die sich intensiv mit einer Tierart beschäftigen, lösen bei vielen Menschen den Wunsch aus, genau diese Tierart zu besitzen. Statt eines Spontankaufes sollten Eltern, deren Kind sich ein Film-Tier wünscht, gemeinsam mit dem Kind überlegen, ob die Tierart tatsächlich in die Familie passt. Dazu sollte man sich vorab ausführlich über die Art und ihre Bedürfnisse informieren.

Haltung birgt Tier- und Artenschutzprobleme

Meerwasserfische, darunter Anemonenfische wie „Nemo“ oder Paletten-Doktorfische wie „Dorie“, stellen besonders hohe Ansprüche, weswegen aus Tier- und Artenschutzsicht von einer Haltung Abstand genommen werden sollte. Paletten-Doktorfische können 20 Jahre alt werden und erreichen etwa 25 bis 30 Zentimeter Größe. Hinsichtlich der Aquariengröße müssen für juvenile Tiere mindestens 1000 Liter zur Verfügung stehen, bei adulten Tieren mindestens 2000 Liter, optimal wären über 5.000 Liter. Hinzu kommt, dass alle aktuell im Handel erhältlichen Paletten-Doktorfische Wildfänge sind. In der Regel werden sie trotz Verbot mit Hilfe des Giftes Cyanid gefangen – unklar bleibt dabei, wie viele Fische so umkommen und wie viele Korallen dabei zerstört werden.

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  • letzte Änderung: Freitag, 13. Oktober 2017